Abtreibung - Schwangerschaftsabbruch: Für das Recht auf einen freien Entscheid

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Abtreibung - Schwangerschaftsabbruch - Mifegyne (RU 486) : Hintergrundinformation

Abtreibungsgesetze in andern Ländern

Weltweit ist ein Trend zur Liberalisierung der Abtreibungsgesetze festzustellen.

Abtreibung weltweit, weitere Informationen
Übersicht über die Gesetzgebung weltweit (Liste)  Interaktive Weltkarte
Kommentare zu den Gesetzen weltweit (UNO, engl., Stand 2001 / falls Sie die gesuchte Länderseite nicht öffnen können: klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das betr. Land und speichern Sie die Seite auf Ihrem Computer, dann sollte das Öffnen funktionieren)

Die grosse Mehrzahl der Länder Europas und die USA haben zum Teil seit den 1970er Jahren eine Fristenregelung. Kanada hat überhaupt kein Abtreibungsgesetz. Behauptungen, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche habe dadurch zugenommen, sind falsch.
Keine Zunahme der Schwangerschaftsabbrüche infolge Fristenregelung
Trend in Europa
Abortrate - internationaler Vergleich

In den meisten Ländern Afrikas und Südamerikas und in weiten Teilen Asiens gelten immer noch sehr restriktive Gesetze - Überbleibsel der Kolonialzeit.

Die Zahl der Abtreibungen weltweit wird auf jährlich 42 Mio geschätzt, was einer durchschnittlichen Abortrate von 29 je 1'000 Frauen im Alter von 15-44 Jahren entspricht. Davon passieren etwa 22 Mio illegal in Ländern, die Abtreibung völlig verbieten oder nur unter sehr restriktiven Bedingungen zulassen. Ein grosser Teil dieser illegalen Eingriffe wird unsachgemäss durchgeführt - mit katastrophalen Folgen für die Gesundheit der Frauen. Rund 47'000 Frauen sterben jährlich an den Folgen von Pfuscherabtreibungen, gemäss Schätzungen der WHO.
Unsachgemässe Abtreibungen (WHO 2011, englisch)


Embryonale Entwicklung

Falsch: "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Embryo von Anfang an Mensch ist."

Die Biologie kann heute exakt beschreiben, was zu welchem Zeitpunkt der embryonalen Entwicklung geschieht. Welche Eigenschaften den Menschen bzw. eine Person ausmachen, welcher Stellenwert dem embryonalen Leben im Vergleich mit andern Werten zukommt - das sind philosophisch-ethische Fragen, auf die die Wissenschaft keine Antwort geben kann.
Biologische Fakten
Grafik Embryo natürlich Grösse
Fotos, 6.-10. SSW (vergrössert)
Ethische Fragen

ACHTUNG: Sie werden auf vielen Webseiten der Abtreibungsgegner faustdick belogen. Insbesondere bei www.abtreibung.de. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche werden vorgenommen, lange bevor der Embryo dem Bild auf der Website entspricht (9 Wochen alter Fötus = Ende 11. Schwangerschaftswoche).


Methoden des Schwangerschaftsabbruchs

Achtung: Auf Webseiten der Abtreibungsgegner werden Methoden erwähnt, die seit Jahrzehnten nicht mehr angewendet werden. Gebräuchliche Methoden werden falsch und mit absichtlich Grauen erregenden Worten beschrieben.

Detailliertere Beschreibung der Methoden


Komplikationen und Spätfolgen

FALSCH: "Eine Abtreibung hat schwere physische und psychische Folgen für die Frau. Früher oder später leidet jede Frau."

Kein Eingriff ist ohne Risiko. Aber aus zahlreichen Studien, die auf Nachuntersuchungen von Tausenden von Frauen beruhen, geht eindeutig hervor: Das Risiko ernsthafter Komplikationen beim Schwangerschaftsabbruch ist gering.


Adoption statt Abtreibung?

Für einige Frauen kann Adoption eine Lösung sein. Für die meisten Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch in Betracht ziehen, ist die Weggabe des Kindes zur Adoption jedoch keine Alternative. Umgekehrt kam für die meisten Mütter, die ihr Kind zur Adoption geben, ein Schwangerschaftsabbruch nicht in Frage.

Die Adoptionsfreigabe kann psychisch sehr belastend sein: Trauer, Schuldgefühle, Aggressivität, Depressionen, geringes Selbstwertgefühl sind bei diesen Müttern nicht selten anzutreffen. Wie die Adoptionsforschung belegt, leiden die meisten abgebenden Mütter zeitlebens mit Schuld- und Versagensgefühlen. Sie leiden häufig unter psychosomatischen Erkrankungen und sind oft selbstmordgefährdet.

Nicht unproblematisch ist Adoption auch für Adoptiveltern und -kinder. In der Pubertät werden letztere oft in tiefe Identitätskrisen gestürzt. Viele Adoptierte leben oftmals mit Urmisstrauen, mit der Angst, nicht geliebt, womöglich noch einmal verlassen zu werden, mit Gefühlen von Einsamkeit und Nicht-dazu-Gehören, von Selbstzweifeln, Wut, Scham und Ohnmacht. Das führt manchmal auch zu Depression und Suizidgefahr.
Irmela Wiemann (2008): Adoptionsfolgen für abgebende Eltern und Adoptivkinder

Adoption darf niemals verordnet werden. Sie ist da, um elternlosen Kindern zu Eltern zu verhelfen, nicht um kinderlosen Paaren ein Kind zu verschaffen.
Berichte

Literatur:
Condon JT. "Psychological disability in women who relinquish a baby for adoption" Med J Aust. 1986 Feb 3;144(3):117-9
Cosmos-Verlag Bern, 1992: "Adoptiert. Lebensgeschichten ohne Anfang".
Golomb E. u. Geller H. "Adoption zwischen gesellschaftlicher Reglung und individuellen Erfahrungen." Reihe Sozial- u. Politikwissenschaften. Essen, 1992
Sachdev Paul. "Unlocking the Adoption Files". Paperback, ISBN-13: 978-0669247800, ISBN-10: 0669247804
Szypkowski Beate: "Die Kontinuität der <guten Mutter>", Centaurus, 1997
Stamm H. "Probleme des legalen Aborts in der Schweiz", Ars Medici, 1974
Swientek Ch. "Ich habe mein Kind fortgegeben - Die dunkle Seite der Adoption", rororo, 1982
Thomas T, Tori CD "Sequelae of abortion and relinquishment of child custody among women with major psychiatric disorders". Psychol Rep. 1999 Jun;84(3 Pt 1):773-90
Wiemann, I. Adoptionsfolgen. Anhörung vor dem Deutschen Ethikrat 23.10.2008


Abtreibung und Geburtenzahl

Die Regelung des Schwangerschaftsabbruchs hat erwiesenermassen kaum einen Einfluss auf die Zahl der Geburten - jedenfalls in westlichen Industriestaaten mit gutem Zugang zu Mitteln der Schwangerschaftsverhütung. Die Geburtenraten hängen offensichtlich von andern Faktoren ab als von den Abtreibungsgesetzen.
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Schwangerschaftsabbruch und Verhütung

Je mehr Paare eine sichere Verhütungsmethode anwenden, desto niedriger ist die Schwangerschaftsabbruch-Rate. Allerdings gibt es keine 100prozentig sichere und für alle taugliche Verhütungsmethode.
Prävention statt Strafe
Abtreibung und Verhütung

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