Abtreibung - Schwangerschaftsabbruch: Für das Recht auf einen freien Entscheid

5. Mai 2004

Schwangerschaftsabbrüche im Kt. Bern rückläufig

Die von Abtreibungsgegnern prophezeite Zunahme der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche als Folge der Einführung von Mifegyne (RU 486) im November 1999 und der Inkraftsetzung der Fristenregelung auf 1. Oktober 2002 ist nicht erfolgt.

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Im Jahr 2003 wurden im Kt. Bern 1030 Schwangerschaftsabbrüche verzeichnet (Vorjahr: 1194). Seit der Kanton Bern eine detaillierte Statistik der Schwangerschaftsabbrüche führt (ab 1980), ist eine leicht rückläufige Tendenz mit geringen Schwankungen festzustellen, mit einem Maximum von 1279 (1992). Namentlich ist die Zahl in den ersten vier Jahren nach Einführung der Abtreibungspille Mifegyne nicht angestiegen und auch nicht im ersten Jahr seit Inkrafttreten der Fristenregelung.

Man kann sich fragen, warum die Zahlen in den vergangenen 20 Jahren nicht stärker gesunken sind. Mehrere Gründe mögen dafür verantwortlich sein:

Präventionsbemühungen müssen demnach vor allem bei den Migrantinnen verstärkt werden.

Tendenzen der letzten Jahre

Auffallend ist insbesondere der Trend, dass die Abbrüche immer frühzeitiger vorgenommenen werden: 1992 wurden 33% der Eingriffe in den ersten 8 Wochen der Schwangerschaft durchgeführt (d.h. innert 6 Wochen nach der Befruchtung), 2003 waren es 59,4%.

Der Anteil der Abbrüche mit der medikamentösen Methode (Mifegyne, RU 486) ist rasch angestiegen und betrug im vergangenen Jahr 41%.

Wurden 1992 erst 13% der Abbrüche ambulant durchgeführt, so sind es heute 43%.

In den 80er Jahren hatten über 50% der Frauen, die zum Schwangerschaftsabbruch kamen, keine Verhütungsmittel angewendet, 2003 nur noch 41,6%. Nahezu zwei Drittel der Frauen waren hingegen trotz Verhütung ungewollt schwanger geworden.

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