Abtreibung - Schwangerschaftsabbruch: Für das Recht auf einen freien Entscheid

Medienmitteilung des Komitees JA zur Fristenregelung vom 11. Juli 2001

Fristenregelung: CVP im falschen Boot

Das Referendum gegen die Fristenregelung ist zustande gekommen, allerdings nicht dank der Bundesratspartei CVP. Im Abstimmungskampf werden deshalb Fundamentalisten den Ton angeben.

Im April ergriff die CVP das Referendum gegen die Fristenregelung, die das Parlament mit grosser Mehrheit und nach langer Beratung beschlossen hatte. Die Partei glaubt, sich mit einem eigenen "Schutzmodell mit Beratungspflicht" profilieren zu müssen. Sie verschweigt, dass auch die Vorlage des Parlamentes eine ausführliche Information und Beratung der Schwangeren vorschreibt. Die verordnete Zweitberatung wird vom grössten Teil der Fachpersonen als nutzlos abgelehnt.

Die CVP wurde von ihrer Basis offensichtlich im Regen stehen gelassen: Sie hat die erforderlichen 50'000 Unterschriften nicht zusammen gebracht. Die Zwangsberatung findet offenbar nicht einmal in ihren eigenen Reihen Anklang.

Dagegen hat die Sammelbewegung fundamentalistischer Abtreibungsgegner "Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind" alleine rund 80'000 Unterschriften gesammelt. Die gleiche Gruppierung hat eine Initiative lanciert, die Schwangerschaftsabbrüche sogar für vergewaltigte Frauen verbieten würde. Wie diese Organisation die Kampagne führen wird, wissen wir von ihren früheren Aktionen: polemisch, geschmacklos und frauenverachtend.

Jetzt sieht sich die CVP in der unangenehmen Situation, Junior-Partner der Fundamentalisten im Referendumskampf zu sein. Zu diesen fundamentalistischen Gruppen gehört neben der Vereinigung "Für Mutter und Kind" auch die "Gesellschaft für den Schutz des ungeborenen Lebens Schweiz", mit welcher sich die CVP verbündet hat. Ob sie sich damit einen Dienst erweist, muss die Partei selber entscheiden. Eine wichtige Entscheidungsgrundlage wären wohl die fehlenden Unterschriften.

Die Befürworterinnen und Befürworter einer vernünftigen Fristenregelung haben sich in einem breit abgestützten Komitee "Ja zur Fristenregelung" zusammengeschlossen. Sie fordern die CVP zum gemeinsamen Kampf gegen den Fundamentalismus auf. Dem Komitee gehören bis heute 18 gesamtschweizerische Parteien, Frauen- und Fachorganisationen an.

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Die Gegnerschaft